Konzert von Purple Schulz im Saal des Gasthauses Tappe in Opperhausen

(c) Foto: Frank Bertram

Von Frank Bertram

In einer der „schönsten, lustigsten und skurrilsten Locations auf der ganzen Tour“, wie er es selbst mit breitem Grinsen sagte, hat jetzt der Sänger Purple Schulz mal wieder einen musikalischen Zwischenstopp eingelegt – im Saal des Gasthauses Tappe im Einbecker Ortsteil Opperhausen. Rund 120 Besucher mochten von dem Kölner Musiker mehr hören als seine großen Hits „Verliebte Jungs“, „Kleine Seen“ oder „Nur mit Dir“, mit denen er bekannt wurde. Auf die musste das Publikum ohnehin bis zum Finale warten. Bis dahin konnten alle spüren, dass der Popsänger in mehr als 50 Bühnenjahren längst zum Geschichtenerzähler, zum Liedermacher im wahrsten Wortessinne geworden ist, bei dem es auf jede Note und jedes Wort ankommt. Und so sang er über Liebe und Freundschaft – und über das Leben und das Überleben in der Zeitenwende.

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Purple Schulz wurde unter anderem an der Violine begleitet von Jördis Tielsch. Foto: Frank Bertram

„Über(s)leben“ heißt passenderweise mehrdeutig Purple Schulz‘ diesjährige Tournee, Opperhausen war die vorletzte Station. Dass der Kölner Musiker mehr ist als seine Erfolge, konnten alle in über zwei Stunden Konzert hören. Sein Repertoire porträtiert persönliche Brüche, greift gesellschaftliche Fragen auf und hat bis heute nichts von seiner Eindringlichkeit verloren. Es war wie angekündigt ein Abend, der etwas will: zum Zuhören einladen, zum Nachdenken anstiften, zum Mitfühlen bewegen.

Selten auf einer Konzert-Bühne zu erleben, aber Purple Schulz seit ein paar Jahren spürbar ans musikalische Herz gewachsen, ist seine 22-saitige Harpejji – eine Kreuzung aus Klavier und Gitarre. Mit diesem Instrument entsteht ein Klang, der unverwechselbar wirkt. Begleitet wurde Purple Schulz von Jördis Tielsch (Gesang, Violine, Gitarre, Piano und Akkordeon). Ihr Zusammenspiel bescherte den Zuhörern eine Gänsehaut nach der anderen und sorgte dafür, dass der Abend noch lange nachklingt – im Kopf und im Herzen. Erst nach mehreren Zugaben entließen die Zuhörer das Duo mit viel Applaus. Gastgeberin Beatrix Tappe-Rostalski überreichte Blumen.

Nächstes Jahr wird Purple Schulz 70. Und der Mann hatte zwar Null Bock (im Bierglas), hat aber immer noch Bock auf Live-Musik. „Ich hab nicht ewig Zeit“ heißt seine Tournee 2026. Mehrmals ist er in Tappes Saal schon aufgetreten, viele der Zuschauer waren auch schon bei früheren Konzerten dabei. In Opperhausen ist er nun aber wohl zum letzten Mal gewesen. Alle, die dabei waren, können sich glücklich schätzen.

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Purple Schulz an seiner Harpejji M5, einer Mischung aus Gitarre und Klavier. Foto: Frank Bertram
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Jördis Tielsch und Purple Schulz. Foto: Frank Bertram