Oldtimerspendenaktion: Wo, wenn nicht im PS-Speicher in Einbeck?

(c) Foto: Frank Bertram

Warum findet die Gewinnübergabe der Oldtimerspendenaktion der Lebenshilfe Gießen in Einbeck statt? „Ich wüsste nicht, wo ich es lieber hätte“, machte Organisator Reinhard Schade (69) dem PS-Speicher ein großes Kompliment. Zum wiederholten Mal war die PS-Halle des größten Oldtimermuseums Europas der Schauplatz von Geschichten glücklicher Oldtimer-Gewinner und der gleichzeitigen Unterstützung eines guten Zwecks. Der Erlös der Aktion 2024 kommt dem Beratungsangebot für Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung sowie deren Angehörige der Lebenshilfe Gießen zugute, sagte Vorstand Dirk Oßwald. Die Gewinner der 14 Oldtimer-Hauptpreise konnten ihre Fahrzeuge persönlich in Empfang nehmen.

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Dieter Last (l.) hat den Porsche 911 SWS Turbo 400 gespendet, Monika und Achim Staudter aus Heimbuchenthal (Mitte) haben ihn gewonnen. Foto: Frank Bertram

Den Hauptpreis, einen Porsche 911 SWS Turbo 400, Baujahr 1982, haben Monika und Achim Staudter aus Heimbuchenthal gewonnen. Dabei hätte Staudter die schriftliche Gewinnbenachrichtigung beinahe weggeworfen, er dachte an einen Enkeltrick-Brief, scherzte der Gewinner im Gespräch mit Organisator Reinhard Schade und Moderator und Oldtimer-Experte Johannes Hübner. „Ich habe noch nie etwas gewonnen, wir sind aus allen Wolken gefallen“, berichtete Achim Staudter. Das von Dieter Last gespendete Fahrzeug ist ein ganz Besonderes, insgesamt wurden nur 16 Porsche 911 dermaßen umgebaut zu einem 400 PS starken Boliden. Auf der Rennstrecke am Bilster Berg hat Rallye-Legende Walter Röhrl das Auto für ein Werbevideo der Oldtimerspendenaktion gefahren (mehr hier) und auch auf der Motorhaube signiert („Damit hat er jetzt 20 PS mehr“).

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Reinhard Schade mit der Gewinnerfamilie Carstensen aus dem schleswig-holsteinischen Viöl an dem von TV-Moderator Günther Jauch gespendeten Citroen DS21, Baujahr 1971. Foto: Frank Bertram

Die Organisatoren dankten allen, die helfen den guten Gedanken weiter zu verbreiten. Ohne zahlreiche Sponsoren, Unterstützer und Helfer sowie ohne Fahrzeugspender würde es nicht funktionieren. Carsten Müller, Bundestagsabgeordneter aus Braunschweig und Vorsitzender des Parlamentskreises Automobiles Kulturgut, hofft auf die Fortsetzung der 30-jährigen Erfolgsgeschichte. Er hatte den Termin in Einbeck den Sondierungs- und Koalitionsgesprächen in Berlin vorgezogen, scherzte der CDU-Politiker. Müller lobte die „super Idee“, die dem Kulturgut Auto weitere Sympathie verschaffe. Wo könne man schon für ein 5-Euro-Los einen Oldtimer gewinnen und gleichzeitig noch Gutes tun.

Die Lebenshilfe Gießen ist eine Selbsthilfeorganisation, die sich 1959 als Initiative von Eltern geistig behinderter Kinder gründete. Sie begleitet über 3000 Menschen mit und ohne Behinderung in ein selbstbestimmtes Leben. Mit rund 1800 engagierten Mitarbeitenden und neun Tochtergesellschaften ist die Lebenshilfe Gießen nach eigenen Angaben in über 70 Einrichtungen und Diensten in Stadt und Landkreis Gießen aktiv. Im Jahr 1995 rief der damalige Werkstattleiter und Diplom-Pädagoge Reinhard Schade die Oldtimerspendenaktion ins Leben. Seitdem können Oldtimerfans jedes Jahr attraktive Klassiker gewinnen. Auch 2025 warten 15 attraktive Old- und Youngtimer neben vielen weiteren gespendeten Preisen auf glückliche Gewinner, die Aktion hat bereits begonnen, Lose sind erhältlich, ein Los kostet 5 Euro. Alle Infos über die Oldtimer gibt es hier: www.oldtimerspendenaktion.de. Die Spendenerlöse fließen in diesem Jahr in den Aufbau einer Tagesbetreuung für Senioren mit geistiger Behinderung, in den Umzug der inklusiven Kunstgalerie Atelier23 in barrierefreie Räume, in den weiteren Ausbau des Begegnungsladens PlusPunkt für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf und weitere inklusive Projekte der Lebenshilfe Gießen. Aktionsende ist der 20. Januar 2026.

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Vertreter der Lebenshilfe Gießen bei der Preisverleihung im PS.Speicher. Foto: Frank Bertram
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Lieber in Einbeck als bei Koalitionsgesprächen in Berlin: Carsten Müller (rechts), MdB aus Braunschweig, ist Vorsitzender des Parlamentskreises Automobiles Kulturgut. Foto: Frank Bertram