„Stein der Erinnerung“ in Holtershausen eingeweiht

(c) Foto: Frank Bertram

Im rund 60 Einwohner kleinen Holtershausen ist ein „Stein der Erinnerung“ aufgestellt worden. Einen eigenen Friedhof hat der Einbecker Ortsteil nicht. Nicht mehr, denn vor 100 Jahren gab es noch einen, der aber damals aufgegeben wurde. Der nächstgelegene Bestattungsort ist heute das nahe Brunsen. In Holtershausen jedoch gab es den Wunsch, im Dorf einen Ort des Gedenkens zu schaffen. Jetzt ist der Harzer Findling aufgestellt und der „Stein der Erinnerung“ offiziell eingweiht worden. 15 Namensschilder aus den vergangenen 30 Jahren erinnern an verstorbene Holtershausener.

„Schon seit langer Zeit hatte ich bedauert, dass es hier im Ort keine Möglichkeit mehr gab, sich der Verstorbenen zu erinnern und dass es gerade auch für Ältere nicht ohne Weiteres möglich war, einen Friedhof als Ort des Gedenkens im Dorf aufzusuchen“, sagte Ortsbeauftragter Marco Strohmeier bei der Einweihung, der auch Vorsitzender des Kultur- und Heimatvereins ist. „Möge dieser Platz und dieser Stein uns von nun an allen dauerhaft als Ort der Erinnerung und der Ruhe dienen.“ Neben dem Stein steht eine Ruhebank aus Holz. Die Wiese gehört der Familie von Friederike und Marco Strohmeier. Nach Rücksprache mit der Stadt und weiteren Stellen stelle man den Platz gerne dem Dorf und damit der Allgemeinheit zur Verfügung und stifte einen Gedenkstein, auf welchem jeder die Möglichkeit bekommt, eine kleine Tafel mit dem Namen und den Lebensdaten der verstorbenen Angehörigen aus Holtershausen anzubringen und dauerhaft an diese zu erinnern. Künftig könne bei einem Dorfspaziergang mit den Kindern am „Stein der Erinnerung“ ein kurzer Halt eingelegt werden, um sich der Verstorbenen zu erinnen, sagte Marco Strohmeier. „Wir wünschen uns, dass die Menschen und ihre Namen, die auf diesem Stein stehen, damit in der Mitte unseres Dorfes fortbestehen, wir uns an sie erinnern können und sie damit stets ein stiller Teil unserer Dorfgemeinschaft bleiben.“

Der Ortsbeauftragte bedankte sich bei allen Einwohnern sowie dem Kultur- und Heimatverein, die alle die Idee unterstützt haben. Für die Aufstellung des massiven Harzer Findlings dankte Marco Strohmeier dem Steinmetz Holger Matzk aus Einbeck, für die Bepflanzung Paulo Rauber, für Holzbank und Ideengebung bei der Vorbereitung Reinhard Wolf aus Wenzen.

„Auf dem Berge“-Ortsbürgermeister Gerhard Mika lobte bei der Einweihung das starke Engagement im Dorf. Ein solcher Erinnerungsstein sei eine gute Idee, er wünschte viele Besucher. „Der Stein ist wunderbar.“

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„Auf dem Berge“-Ortsbürgermeister Gerhard Mika lobte das Engagement der Holterhausener. Foto: Frank Bertram
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„Auf dem Berge“-Ortsbürgermeister Gerhard Mika (l.) und Ortsbeauftragter Marco Strohmeier am „Stein der Erinnerung“ in Holtershausen. Foto: Frank Bertram

2 Kommentare zu „„Stein der Erinnerung“ in Holtershausen eingeweiht

  1. Große Anerkennung und Respekt vor solch ehrenamtlichen Engagement und Initiative !

  2. Eine unter Berücksichtigung der Situation (Ortschaft, kein Vor-Ort-Friedhof, gute Dorfgemeinschaft) geborene, schöne Idee der Erinnerungskultur wurde anerkennenswert umgesetzt.

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