Erweiterungspläne: Hahnemühle FineArt GmbH will rund 20 Millionen Euro am Standort investieren

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Zum 440. Geburtstag des Unternehmens hat die Hahnemühle FineArt GmbH Erweiterungspläne am heutigen Standort angekündigt. Wie Geschäftsführer Jan Wölfle in einem Pressegespräch sagte, plant der Papierhersteller im Dasseler Ortsteil Relliehausen rund 20 Millionen Euro zu investieren, mittelfristig in den nächsten zehn Jahren sollen dadurch etwa 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Für 2026 rechnet Wölfle mit dem ersten Spatenstich für die „Benchmark Factory“. „Wir bekennen uns zum Standort“, sagt Wölfle, der seit 2018 an der Spitze des 1584 gegründeten Unternehmens steht.

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Hahnemühle-Geschäftsführer Jan Wölfle steht seit 2018 an der Spitze des 440 Jahre alten Unternehmens. Foto: Frank Bertram

„Das Wasser können wir nicht mitnehmen“, weist der Hahnemühle-Chef auf ein wesentliches Element für die Papierherstellung hin, das weiche Quellwasser des Sollings. Papiermacher Merten Spieß errichtete 1584 die „Reylingehäusische Papiermühle“. Das Quellwasser kommt bis heute aus artesischen Brunnen und hat eine stets gleichbleibende Qualität. Die Papiertechnologen fertigen nach teilweise Jahrhunderte alten Rezepture aus hochwertigen Zellstoffen und reinem Quellwasser traditionelle Künstlerpapiere, FineArt Inkjetpapiere oder Papiere für so genannte LifeScience-Anwendungen, die Industrie und Forschung. Den mit Abstand größten Anteil am Hahnemühle-Umsatz haben die Digital FineArt-Papiere. Hahnemühle ist Pionier und bis heute führender Anbieter von FineArt-Inkjetpapieren. Viele Künstler und Fotografen schwören auf die hochwertige Qualität des Papiers aus Relliehausen, drucken oder zeichnen auf den verschiedenen Papiersorten. Pablo Picasso beispielsweise druckte Lithografien auf Hahnemühle-Papier, Salvador Dalí malte darauf. Porträts von Queen Elizabeth II. werden auf Hahnemühle-Papier in London ausgestellt, weil das Papier besonders alterungsbeständig ist.

Heute hat Hahnemühle weltweit rund 250 Mitarbeiter mit 18 Nationalitäten, davon 190 Beschäftigte in Deutschland. Hahnemühle hat seinen Hauptsitz in Dassel/Einbeck und Tochtergesellschaften in Großbritannien, Frankreich, USA, Singapur und China. Produziert wird in Relliehausen aktuell in der Regel im Dreischichtbetrieb von Montag bis Freitag. Geschäftsführer Jan Wölfle kündigte jetzt die Gründung einer Tochterfirma an, über die ab dem zweiten Halbjahr 2024 hochwertige Papiere für Künstler und Fotografen vertrieben werden sollen. Im Portfolio sollen dabei Papiere sein, die minimal von den sehr hohen Qualitätsstandards der Hahnemühle-Originalpapiere abweichen. „Unsere B-Ware ist immer noch besser als das Papier der Konkurrenz“, sagte Wölfle.

Seit 2008 unterstützt Hahnemühle mit dem Programm „Green Rooster“ (Grüner Hahn) den Umweltschutz sowie soziale und bürgerschaftliche Projekte von Mitarbeitern. Ein Teil der Erlöse der Natural-Line-Papiere wird jedes Jahr gespendet. Hahnemühle unterstützt in diesem Jahr das Projekt „Bühwiese“ des Vereins „Hof.Kultur Dassel“ anlässlich des 440-jährigen Bestehens. Auf einer 16.000 Quadratmeter großen Blühwiese oberhalb der Paul-Gerhardt-Schule in Dassel entsteht ein mehrjähriges Biotop, das die Artenvielfalt nachhaltig stärkt, das Klima schützt und dem Artensterben aktiv entgegen wirken soll. Eine große Blühfete ist dort für den 22. Juni ab 14 Uhr vorgesehen.