Nach dem Brand im Umspannwerk in Greene und dem folgenden mehrstündigen Stromausfall in mehreren Einbecker Ortsteilen am Montag (13. Juli) ab 2 Uhr steht die Brandursache laut Polizei jetzt fest: Die Ermittler gehen von einem technischen Defekt aus. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Göttingen wurde der Brandort inzwischen wieder freigegeben. Eine Gesamtschadenshöhe liegt bislang nicht vor.
(Aktualisiert 15.07.2026, 13:56 Uhr)
Ein direktes Betreten des Brandortes durch die Polizei war wegen Überspannungsgefahr und nicht kalkulierbaren Gefahren zunächst nicht möglich. Ein Abschalten des Umspannwerks zur Begehung wurde aus Gründen der Verhältnismäßigkeit abgelehnt, um weitere Stromausfälle (u. a. bei Stadtwerken und medizinischen Einrichtungen) zu vermeiden. Der Brandort wurde schließlich durch die Polizei durch Bildaufnahmen aufgenommen, die durch einen Fachmitarbeiter des Energieversorgers in einem speziellen Schutzanzug erstellt wurden. Es ergaben sich keine Hinweise auf Fremdeinwirkung oder Sabotage. Als Brandursache wurde von der Polizei ein technischer Defekt durch Durchbrennen eines Leistungsschalters festgestellt.
Die für Dienstag Nachmittag geplante halbstündige Abschaltung des Stroms war dann doch nicht notwendig, damit die Ermittler der Polizei den Brandort sicher betreten konnten. Die Polizei konnte die Ermittlungen vor Ort an der Transformatorenstation auch ohne eine weitere Unterbrechung der Stromversorgung fortsetzen.
Der Strom fiel am Montag auch in zwei Stellwerken der Bahn aus, was den Bahnverkehr, insbesondere im ICE-Verkehr, beeinträchtigte. Gegen 8 Uhr war die Stromversorgung in den betroffenen Ortsteilen wieder hergestellt mit Ausnahme von Greene. Hier war noch für mehrere Stunden bis gegen 11 Uhr weiter keinen Strom. Die Bevölkerung wurde auch über Lautsprecherwagen informiert.
Am Montag war die Stromversorgung durch die Stadtwerke Einbeck durch Netzersatzanlagen und das Umschalten von Stromkreisen nun auch in den verbliebenen Bereichen wiederhergestellt – der Strom war in allen Teilen wieder vorhanden. Da die Kapazität der Ersatzversorgung im Vergleich zum Normalbetrieb begrenzt ist, bitten die Stadtwerke Einbeck dringend um einen besonders sorgsamen und sparsamen Umgang mit Strom. Bei einer gleichzeitigen, vielfachen Nutzung der Geräte kann es zu einer Überlastung des Netzes kommen, was wiederum einen erneuten und vollständigen Stromausfall zur Folge haben könnte.
Wie die Polizei am Dienstag berichtete, gingen in der Nacht zu Montag (13. Juli) zunächst mehrere Notrufe über einen
Stromausfall aus den Bereichen Greene, Kreiensen und den umliegenden Ortschaften ein. Kurz darauf wurde ein Brand in einem Verteilerkasten in Kreiensen gemeldet. Durch die eingesetzten Feuerwehrkräfte konnte eine defekte Glaskolbensicherung festgestellt werden. Der entstandene Sachschaden ist derzeit nicht bekannt. Bei der Ursachenermittlung durch den zuständigen Energieversorger wurde in einer Transfomatorenstation in einem örtlich gelegenen Umspannwerk Brandgeruch festgestellt. Weitere Feuerwehrkräfte sowie ein Hochspannungstechniker wurden hinzugezogen. Wegen der derzeit nicht kalkulierbaren Gefahren, ausgehend von der Transformatorenstation, wurde das Gebäude zunächst verschlossen und versiegelt. Eine polizeiliche Untersuchung zum Sachverhalt konnte bislang nicht erfolgen.
Wegen der zunächst unklaren Zeitdauer der unterbrochenen Stromversorgung, richtete die Feuerwehr die planmäßig vorbereiteten Notanlaufpunkte für die Bevölkerung ein. Einsatzkräfte der Polizei wurden zum Raumschutz und zur sichtbaren Präsenz in die vom Stromausfall betroffenen Orte entsandt.
Betroffen waren anfangs die Ortschaften Bentierode, Beulshausen, Billerbeck, Bruchhof, Erzhausen, Garlebsen, Greene, Haieshausen, Ippensen, Kreiensen, Siedlung Leinetal, Olxheim, Opperhausen, Osterbruch und Rittierode. Zunächst war unklar, wie lange die Unterbrechung andauern würde, teilte der Landkreis Northeim mit. Die Notfall-Anlauf-Punkte (NAP) für die betroffenen Ortschaften waren besetzt worden für Hilfe in Notsituationen, etwa zum Absetzen eines Notrufes für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Die Übersicht über die NAP unter www.landkreis-northeim.de/nap

