Sie haben zur Jahrtausendwende gemeinsam mehr als 500 Konzerte in ganz Europa gespielt, waren zwei Mal beim Hurricane-Festival in Scheeßel dabei, spielten als Support-Band von Liquido. Ihre Videos liefen bei den großen Musikkanälen. Das Tempo des Erfolges der vier Einbecker war enorm – dann die Trennung. Nach zwei Jahrzehnten Pause ist die Einbecker Band „Eat No Fish“ jetzt zurück auf der Bühne, hat einen neuen Song „Countdown to ’99“ aufgenommen, der am 10. Oktober rechtzeitig vor dem ersten öffentlichen Konzert zusammen mit einem Video erscheint. „Die Menschen können sich auf eine Band freuen, die vor Energie und Spielfreude nur so trotzt“, erzählt Gitarrist Lars Oppermann. „Wir sind heiß und freuen uns.“
Mit ihrer Band „Superstarfuckers“, in der Pop-Songs der 80-er im Punk-Rock-Style gecovert werden, haben Sängerin Maria Koch und Gitarrist Lars Oppermann in Göttingen gespielt – bei einem Reunion-Konzert der 90-er Band „Herzer“. Anschließend kam an sie die Frage, ob es denn denkbar wäre, „Eat No Fish“ wieder zu vereinen. „Wir haben 20 Jahre nicht über diese Frage nachgedacht“, sagt Lars Oppermann, „aber als sie dann gestellt wurde, haben wir uns angeschaut und gesagt: Ja.“ Die Sängerin hat Bassisten Mathias Krause kontaktiert, der Gitarrist hat den Schlagzeuger Ruben Loos angesprochen und gefragt, ob sie sich das vorstellen können. „Es war so, als hätten alle eigentlich nur auf diese Frage gewartet“, lacht Oppermann. Beim ersten Treffen haben die vier gemerkt, dass sie sich menschlich gut verstehen. Dann ging’s flott auch wieder in einen Probenraum in Hildesheim – der Spirit sei gleich wieder da gewesen. „Trotz unseres Alters ist Spielfreude stärker denn je“, berichtet Lars Oppermann. „Da war Energie, da war Synergie! Es war zu spüren, dass wir eine Band sind und dass da etwas ist, was uns gemeinsam in die Zukunft tragen wird! Und diese Zukunft beginnt jetzt.“
Gespielt wird wieder in Originalbesetzung. Die vier Bandmitglieder, die alle aus Einbeck und Umgebung stammen, leben heute in Lüneburg, Bremen, Hannover und Hildesheim, einmal im Monat wird geprobt. Zwischendurch schicken sich die vier ihre Ideen per Whatsapp zu, technisch heute alles kein Problem mehr. Entfernung sei kein Grund, als Band nicht zusammen zu spielen“, erzählt Lars Oppermann, der in Algermissen bei Hildesheim ein Musik-Studio betreibt und andere Bands und Filme produziert. Die anderen sind Heilerziehungspfleger und Popakademie-Manager, Sängerin Maria ist Lehrerin.
Auf einem privaten Konzert hat „Eat No Fish“ mit zwei anderen Bands vor 150 Leuten schon mal ausprobiert, wie das ist, wieder gemeinsam live auf der Bühne zu stehen. „Das war eine sehr magische Nacht, die total Lust auf mehr gemacht hat“, erzählt Lars Oppermann. „Niemand von uns hat vor über 20 Jahren, als sich unsere Wege trennten, gedacht, dass es diese Band in dieser Besetzung nochmal geben wird. Aber das Gefühl, das entstand, als wir uns Anfang 2024 zum ersten Mal wieder im Proberaum getroffen haben, ist kaum in Worte zu fassen.“
„Eat No Fish“ ist 1997 entstanden, die drei Männer kannten sich bereits aus anderen Bandprojekten. Drei Monate, nachdem Sängerin Maria Koch in die Band kam, nahmen die vier ein Demotape auf und schickten es an den damaligen Radio-ffn-Bandwettbewerb „Local Heroes“. Unter fast 1000 Teilnehmern kam die Band ins Finale und gewann schließlich den ersten Preis – eine Profi-Aufnahme im Horus-Sound-Studio in Hannover. 2003 kurz nach der zweiten CD stieg Gitarrist Lars Oppermann aus, 2007 löste sich die Band auf.
Das Konzert am 12. Oktober in der alten Heimat Einbeck auf dem Möncheplatz beim Eulenfest ist für „Eat No Fish“ etwas ganz besonderes. Der Kreis schließt sich. Passend zum ersten Reunion-Konzert (es folgen weitere in Göttingen, Hannover und Hamburg) veröffentlicht die Band ihren brandneuen Song. „Vom Stil sind wir uns treugeblieben: Rock meets Elektronik. Die neue Single ist voller Energie und spiegelt die aktuelle Stimmung in der Band wieder. Sängerin Maria zeigt sich in Bestform und klingt besser als je zuvor.“
