Eine Weltreise durch das Leben hat der holländische Sänger und Songwriter Anton van Doornmalen unter dem Titel „Journey“ bei einem von KWS organisierten Wohltätigkeitskonzert in der PS.Halle in Einbeck mit seinen Liedern unternommen. Der Erlös kommt der Stiftung Sibusiso im ostafrikanischen Tansania zugute, die gehandicapte Kinder und ihre Familien betreut und fördert. „Uns verbindet nicht nur die Musik, sondern auch die Leidenschaft für Pflanzenzüchtung, das Familienunternehmertum und die Verantwortung für die Beschäftigten“, sagte KWS-Vorstandssprecher Dr. Felix Büchting vor rund 300 Gästen. Als erfolgreicher Gemüsezüchter war Anton van Doornmalen früher Geschäftsführer und lange Jahre Vorsitzender des Aufsichtsrates des niederländischen Familienunternehmens Rijk Zwaan. Verbunden sei man ebenso in dem Wunsch, sich für Menschen zu engagieren, denen es nicht so gut gehe – nicht nur hier in Deutschland, sondern auch in anderen Teilen der Welt, sagte Dr. Felix Büchting. Mit dem Wohltätigkeitskonzert, das gleichsam ein „Mehrgenerationenkonzert“ sei, wolle man ein Zeichen setzen und seinen Beitrag leisten. In Einbeck war Anton van Doornmalen nach großen Erfolgen in den Jahren 2013, 2016 und 2019 inzwischen zum vierten Mal zu Gast.
Bei vier Songs bekam der 74-Jährige auf der Bühne Verstärkung vom Kinderchor Einbeck unter der Leitung von Kantorin Ulrike Hastedt. „Immer scheint die Sonne“, „Du bist meine Zuflucht“ und „Simba-Farm“ sind dabei von Afrika inspiriert, der Chor präsentierte die Lieder gemeinsam mit Anton van Doornmalens Band voller Freude und Begeisterung im Publikum. Ebenso wie den Song „Jambo, Jambo, Bwana“ als Willkommenslied, eine afrikanische Variante nach dem Motto „Don’t worry, be happy“.
Von der Stiftung Sibusiso in Tansania war unter anderem Jane Fidelis zum Konzert nach Einbeck gekommen. „Lasst uns eine Brücke der Hoffnung bauen“, dankte sie für die Unterstützung. „Mit ihrer Hilfe können wir einen Unterschied ermöglichen.“ Sibusiso bietet geistig und körperlich eingeschränkten Kindern und deren Familien eine Perspektive und leistet Aufklärungsarbeit, damit die Gesellschaft die Kinder stärker akzeptiert. Im Sibusiso-Zentrum auf einem Gelände von mehr als sieben Hektar in der Nähe von Arusha werden Kinder für eine Dauer von bis maximal sechs Monaten aufgenommen und intensiv betreut, gehen zur Schule, bekommen beispielsweise Ergo- oder Beschäftigungstherapie. Nach dieser Zeit gehen sie wieder in ihre Familien und werden dort weiter betreut.
Eine fröhliche, nachdenkliche oder einfach nur glücklich machende Reise auf verschiedene Kontinente, in Länder und mehrere Städte war das Leitmotiv des Konzertabends in der PS.Halle. „Journey“ heißt dann auch das Bühnenprogramm mit vielen neuen Songs und alten Hits aus Anton van Doornmalens inzwischen mehr als 50 eigene Songs umfassenden Repertoire. Dabei wechselten Themen und Tempo schnell: Melancholischen Songs setzte er fröhliche Lieder entgegen.
Der Liedermacher aus Leidenschaft verbindet seine Interpretationen auch immer mit einer Botschaft. „Nicht das Haben, sondern das Geben ist es, was uns wirklich glücklich macht“, sagte der fünffache Großvater etwa zu seinem beliebten Song „Opa, kommst Du“. Oder sein ein wenig irisch klingender „Bad weather song“, zu dem er sagte: „Regen ist Natur und Leben, da kann man doch nur froh sein“.
Anton van Doornmalens Lieder zum Schwärmen und Schwelgen beschäftigen sich mit den großen Lebensthemen Familie, Freundschaft und Liebe. Zwischen den einzelnen Songs erläuterte der Singer-Songwriter, wie er die Texte und Melodien entwickelt hat: Bei seinem nach einer Reise nach Liverpool entstandenen Song „Great Gratitude“ hat der Beatles-Fan für den Text die Titel von insgesamt 39 Beatles-Liedern aneinander gereiht. Sein Lied „To live by your side“ hätte eigentlich damals Paul McCartney schreiben können, nein, müssen, sagte der Liedermacher lächelnd. Im Sinne von Herbert Grönemeyers „Männer“ präsentierte Anton van Doornmalen seinen eigenen Song „Wann ist eine Frau eine Frau“. Nicht fehlen durften natürlich auch wieder Interpretationen von Songs von Reinhard Mey.
Unterstützt wurde der holländische Singersongwriter von seiner Band: Joke de Jong (Violine), Jorge Nieuwenhuis (Gitarre), Co Vergouwen (Piano), Johan Boere (Percussions), Laurens van Wessel (Bass).
Nach nahezu drei Stunden zu Herzen gehenden und nachdenklich machenden Liedern, viel Applaus und mehreren Zugaben verabschiedete sich Anton van Doornmalen traditionell mit einem „Gute Nacht, Freunde“.
