„Jugend forscht“ für Schüler: Vom Rußverhalten von Teelichtern bis zum Kunstleder aus Kaffeesatz

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Können Wärmebildaufnahmen den Bienen beim Überwintern helfen? Was bedeuten Schottergärten für die Natur? Kann Künstliche Intelligenz (KI) helfen, auf Fotos Wölfe eindeutig zu erkennen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab es beim „Jugend forscht“-Landesentscheid „Schüler experimentieren“ in Einbeck. In der PS-Halle stellten die Jungforscher ihre Projekte vor, an 44 kleinen Ständen erläuterten sie ihre Forschungsthemen.

Beispielsweise Linus Strahl aus Göttingen. Der elfjährige Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums (Europaschule) hat stromleitendes Schmieröl in Kugellagern erfunden. Dafür hat er den Widerstand von verschiedenen Substanzen gemessen und sich mit Reibung beschäftigt. Denn als Linus in der TV-Sendung „Mit der Maus“ einen Bericht über Karusselle mit Schleifkontakten sah, hat er sich gefragt, warum die kein Kugellager nehmen. Die Jury würdigte seine Alternative zu Schleifkontakten mit dem Sonderpreis plusMINT für Kreativität in der Physik (Einladung zum plusMINT-Forschercamp, Preisstifter: Verein zur MINT-Talentförderung in Kooperation mit der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung). Linus Strahl möchte im nächsten Wettbewerbsjahr an seinem Projekt weiterforschen und den bestmöglichen Widerstand ermitteln.

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Schüler experimentieren: Linus Strahl (11) vom Theodor-Heuss-Gymnasium Göttingen hat stromleitendes Schmieröl erfunden. Foto: Frank Bertram

Aus dem Landkreis Northeim hatte es kein Beitrag in die Endausscheidung nach Einbeck geschafft. Aus Göttingen war noch Feras Leo Abboud (12) vom Theodor-Heuss-Gymnasium dabei, der mit der Programmiersprache Python ein Programm entwickelt hat, mit dem man spielerisch Kopfrechnen üben kann.

In sieben Fachgebieten (Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik) wurden beim diesjährigen „Jugend forscht“-Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“ erste, zweite und dritte Preise, außerdem zahlreiche Sonderpreise verliehen.

Landeswettbewerbsleiterin Valentina Holle (Syke), die seit 2018 für die ordnungsgemäße Durchführung des beliebten Wettbewerbs zuständig ist, freute sich über die enorme Bandbreite der eingereichten Projekte. „Das macht den Wettbewerb aus“, sagte sie. Zehn Teilnehmer waren zum wiederholten Mal dabei, auch zwei Projekte kamen mit erweiterter Fragestellung erneut ins Finale.

PS-Speicher und KWS waren zum dritten Mal die örtlichen Patenunternehmen des Landeswettbewerbs und Gastgeber der Endausscheidung für die Jungforschenden. Das diesjährige Motto lautete „Mach dir einen Kopf!“ Junge Menschen im Alter zwischen 9 und 15 Jahren präsentierten bei „Schüler experimentieren“ ihre innovativen Forschungsprojekte in sieben Fachgebieten mehrfach einer kritischen Fachjury. Insgesamt hatten sich 540 Schüler aus ganz Niedersachsen in der jüngsten Alterssparte von „Jugend forscht“ beteiligt. Bei acht Regionalwettbewerben mit insgesamt 291 Projekten hatten sich 74 Teilnehmende mit 44 Projekten als Regionalsieger für den Landeswettbewerb in Einbeck qualifiziert.

Den mit 150 Euro dotierten Landessieg für das beste interdisziplinäre Projekt, gestiftet von PS-Speicher und KWS, haben sich Tom Koch (9), Annika Katharina Busse (9) und Lotta Lindenberg (10) von der Grundschule Ofen in Bad Zwischenahn geholt. Sie haben an 31 Orten Bodenproben entnommen und mit Blick auf Konsistenz, Farbe, Geruch, Geschmack und Gewicht die verschiedenen Bodenarten miteinander verglichen.

Für ihren Vergleich, ob eine Elektrozahnbürste im Akkubetrieb oder mit direkter Kabelverbindung mehr Strom verbraucht, erhielten im Fachbereich Technik Elisa Scholz, Enie Freyborg und Mirja Thewes von der Grundschule Larrelt (Emden) den Sonderpreis für eine besonders gelungene Teamarbeit (Geldpreis, Preisstifter: Walter und Waltraud Schmalzried Stiftung, Einbeck).

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Preisvergabe von „Schüler experimentieren“ 2024 in der PS-Halle. Foto: Spieker Fotografie