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Reichenbach Wirkstoffe GmbH weiht neue Produktionshalle ein

(c) Foto: Frank Bertram

Der leichte Schneefall zur Einweihung passte zum Bauprojekt, zog sich doch der Winter mit seinen frostigen Herausforderungen für eine Baustelle wie ein roter Faden durch die vergangenen zwei Jahre bei einer Firma, in der nicht nur sprichwörtlich die Fäden zusammenlaufen: Die Reichenbach Wirkstoffe GmbH hat in Einbeck ihre neue, rund 1000 Quadratmeter große Produktionshalle mit einer Feier für Mitarbeiter, Handwerker und Geschäftspartner eingeweiht. Nach 70 Jahren am Standort Einbeck sei es an der Zeit gewesen, an Stelle der vorherigen, 1949 gebauten Halle in zwei Bauabschnitten bei laufender Produktion eine neue Halle zu errichten, sagten die Geschäftsführer Artur Weidelich und Sascha Sänger über die Millioneninvestition. Das Unternehmen ist selbstbewusst, diese ohne Fördermittel aus eigener Kraft gestemmt zu haben. Die Reichenbach Wirkstoffe GmbH ist mit 50 Mitarbeitern ein Mittelständler, der nach eigenen Angaben monatlich rund 1,5 Millionen Laufmeter textile Flächen produziert und damit unter anderem die Automobilbranche, Matratzen-Produzenten, Teststoffe-Hersteller und Verpackungsspezialisten beliefert.

Einweihung der neuen Produktionshalle der Reichenbach Wirkstoffe GmbH. Foto: Frank Bertram

Eigentlich habe man ja nur das Dach sanieren wollen, berichtete Geschäftsführer Sascha Sänger den Gästen der Einweihung über die Entstehung des Projekts. Doch als klar wurde, dass es damit nicht getan sein würde, lag im Dezember 2021 die Baugenehmigung für den Neubau vor. Man habe „gebaut am offenen Herzen“, sagte Sänger, bei laufender Produktion und deshalb in zwei Abschnitten von jeweils 500 Quadratmetern, die erst am Ende wieder zu einer großen Halle wurden. Eigentlich habe man gleich loslegen wollen nach der Genehmigung – aber der Schnee und der Winter bremsten. Im März 2022 kamen dann die ersten Bagger, rissen einen Teil der alten Halle ab, während in dem anderen noch die Produktion lief. Als der erste Abschnitt stand, habe erneut Schnee den Elan der Firma und der Handwerker vor Herausforderungen gestellt, hinzu seien dann noch unterbrochene Lieferketten und immense Preissteigerungen gekommen, sagte der Geschäftsführer. Weshalb der Betonfußboden der Halle erst später als gedacht gegossen werden konnte. Und bis zum Pflastern des Hofes kurz vor der Eröffnung habe Schnee diese Baustelle begleitet wie der roten Wirkstofffaden, sagte Sascha Sänger.

Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Einbeck, Petra Bohnsack, und die Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt (SPD) dankten der Firma Reichenbach für die Investitionsentscheidung. Reichenbach habe sich über die Jahrzehnte als ein bedeutender Akteur in der Stadt etabliert und leiste einen wertvollen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Einbecks, sagte Bohnsack. „Die Entscheidung, in eine neue Produktionsstätte zu investieren, zeugt von unternehmerischen Mut, Innovationsgeist und auch Vertrauen in unsere Stadt als attraktiven Wirtschaftsstandort.“ Das innovative Unternehmen entwickle mit seiner hohen Fachkompetenz und langjährigen Erfahrung zusammen mit den Kunden exklusive Produkte und sei durch seine hohe Effizienz und Produktivität weltweit konkurrenzfähig, lobte sie. Die Firma Reichenbach fertige nachhaltig und sei sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, würdigte die stellvertretende Bürgermeisterin. Sie dankte Geschäftsleitung und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihren Beitrag zur positiven Entwicklung der Stadt Einbeck. „Immer wieder unterstützen sie mit Spenden unsere Kindergärten, Schulen, Vereine, Spielplätze“, sagte Petra Bohnsack, „im vergangenen Jahr waren sie Blaudruck-Botschafter und haben sogar eine eigene Kollektion entstehen lassen.“ Die Stadt sei stolz und dankbar, ein solch innovatives Unternehmen in Einbeck zu wissen. „Möge die Produktionshalle ein Ort des Erfolgs, der Kreativität und des Wachstums sein“, wünschte die Vize-Bürgermeisterin.

Die Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt nannte in ihrem Grußwort die Eröffnung der neuen Produktionshalle „einen wichtigen Meilenstein in ihrer Firmengeschichte“. Es seien bewegte und unsichere Zeiten aktuell, spielte sie auf Krieg und wirtschaftliche Folgen, aber auch auf die Herausforderungen während der Bauzeit an. Die Firma Reichenbach könne sich nicht nur am Markt durch immer wieder innovative Produkte behaupten, sondern gebe ihre wirtschaftlichen Erfolge zu einem Teil in die Gesellschaft am Standort Einbeck zurück. „Das hat man nicht bei jedem Unternehmen“, sagte die Bundespolitikerin. „Das zeigt, wie stark verwurzelt sie sind.“ Nicht nur der wirtschaftliche Output sei gewachsen, auch die Beschäftigtenzahl sei es. Die Mitarbeiter seien das wichtigste Kapital. Sie hätten während der Bauphase so manche Umstände in Kauf nehmen und Schwierigkeiten zu überwinden gehabt. „Sie sind ein Team, eine Mannschaft, und stärken damit den Standort Einbeck.“ Mit der neuen Halle setze die Reichenbach Wirkstoffe GmbH „ein wichtiges Ausrufezeichen für Mut, für Innovation und für gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Reichenbach steht für einen fairen Umgang mit seinen Beschäftigten. Alle Mitarbeiter haben unbefristete Arbeitsverträge und werden am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Bei der Einweihung der neuen Produktionshalle appellierte die Firma an ihre Gäste, für zwei gemeinnützige Vereine zu spenden: an den von Weidelich, Sänger und Axel Reichenbach mitgegründeten Verein „Therapie Ponys on tour“ und den Karnevalsverein DCC Weischlitz aus Sascha Sängers Vogtländischer Heimat.

Reichenbach-Geschäftsführer Sascha Sänger (l.) und Artur Weidelich. Foto: Frank Bertram
Hier laufen die Fäden zusammen: Produktionsmaschine bei Reichenbach. Foto: Frank Bertram
Ansicht vom Köppenweg. (c) Reichenbach Wirkstoffe GmbH
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