Christian Schwarze ist Einbecks neuer Smart-City-Koordinator

Foto: Frank Bertram

Christian Schwarze hat zu Jahresbeginn bei der Stadtverwaltung als Smart-City-Koordinator begonnen. Er ist der neue Koordinator für eine smarte Stadt Einbeck, der Lotse auf dem Weg in die digitale Zukunft. Der 51-Jährige soll die Stadtgesellschaft in den nächsten Jahren dabei anleiten, dass der „Megatrend und Kulturwandel Digitalisierung“, wie es Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek beschreibt, in Einbeck gelingen kann.

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Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (r.) und Stabsstellen-Leiterin Ulrike Lauerwald mit dem neuen Smart City Koordinator Christian Schwarze vor dem Historischen Rathaus in Einbeck. Foto: Frank Bertram

„Smart City bedeutet mehr als 5G“, sagt Christian Schwarze. Sein Job ist nicht die optimale Handynetzabdeckung in der Innenstadt. Als „SmaCK“, wie seine Position in der Verwaltung abgekürzt wird, kümmert er sich darum, dass alle Interessierten und Motivierten an einer digitalen Zukunft Einbecks mitarbeiten können. „Es ist eine besonders schöne Herausforderung für mich, bei aller Digitalisierung auch den historischen Charakter der Stadt zu erhalten“, sagt Schwarze.

Der 51-Jährige hat mehr als 25 Jahre lang in der Privatwirtschaft, international und in der Großstadt gearbeitet, als technischer Produktmanager und Softwareentwickler, hat unter anderem bei Schulungsprogrammen mitgeholfen, dass mit diesen neues Wissen vermittelt werden kann. Schwarze hat mit digital vernetzten Teams in Amerika, Asien und Australien agiert und digitale Lösungen für Labore entwickelt. Bei der IHK hat er erst jüngst eine Weiterbildung zum „Smart City Experte“ absolviert und sich außerdem zum Referenten für Nachhaltigkeitsentwicklung qualifiziert. Die Verbindung von grüner und smarter Stadt ist dem Düsseldorfer sehr wichtig, der jetzt im Einbecker Ortsteil Hullersen lebt.

Denn „Smart City“ bedeute eben auch, die Zukunftsherausforderungen wie Klimawandel oder Resilienz für eine Kommune zu managen. Wie gelingt die Balance zwischen Arbeiten und Leben, zwischen Mails bearbeiten und Videokonferenzen sowie persönlichen Treffen von Menschen? Auf diese Frage könne Smart City eine Antwort anbieten.

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Neu in Einbeck: Christian Schwarze. Foto: Frank Bertram

Die Stadt Einbeck ist beim Smart-City-Förderprogramm des Bundes als eines von wenigen Mittelzentren im ländlichen Raum ausgewählt worden und hat sich als Modellkommune als Überschrift die digital klingende Adresse „#47digit@//“ (Hashtag 46 Ortschaften plus Kernstadt werden digital für alle) gewählt. In den nächsten fünf Jahren fließen 4,5 Millionen Euro in das Projekt, 35 Prozent dieser Summe muss die Stadt durch eigene Haushaltsmittel aufbringen. Der „SmaCK“ ist in der Verwaltungsstruktur direkt in der Stabsstelle „Public and Business Relations“ (PBR) bei Ulrike Lauerwald angesiedelt, damit Chefinnensache. Und soll laut Bürgermeisterin mithelfen, die traditionellen Verwaltungsstrukturen und -hierarchien aufzuweichen, damit auch eine Verwaltung künftig eher projektbezogen in sich immer wieder neu bildenden Teams arbeiten kann. Dr. Sabine Michalek sieht in der Digitalisierung eine große kommunale Zukunftschance, um unter anderem auch dem demografischen Wandel zu begegnen: „Wir brauchen neue Köpfe und neue Ideen von außen“.

Ziel des ersten Jahres der Smart-City-Förderung ist, gemeinsam mit den Bürgern und allen Akteuren der Stadtgesellschaft (zum Beispiel Einzelhandel, Gastronomie, Vereine) eine Digitalstrategie für Einbeck zu entwickeln. Christian Schwarze ruft dazu auf, „Ideen zu spenden, aber dann nicht zu verliebt in diese zu sein“. Denn das Projekt brauche auch Ressourcen, unter anderem Personal, um die Ideen umzusetzen. Der Job des 51-Jährigen als Koordinator ist nicht, sämtliche Angebote und Workshops persönlich durchzuführen, sondern diese Möglichkeiten zu erschließen und Menschen zu motivieren, sich zu beteiligen. Zurzeit arbeitet er noch eher im Hintergrund, lernt viele Menschen und Strukturen kennen, arbeitet am Fundament, um neue Strukturen und Angebote für eine Zusammenarbeit entwickeln zu können.

Und wenn jemand partout nicht digital werden wolle? „Das ist normal und gehört zur Bandbreite der Menschen“, sagt Christian Schwarze. „Wir müssen den Umgang damit lernen, das bringt uns ins Gleichgewicht.“

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